Segelflug

Praktisch jeder kann fliegen lernen …

… man braucht kein Supermann (oder -frau) zu sein. Die Ausbildung zum Segelflieger besteht aus praktischen und theoretischen Elementen. Die praktische Ausbildung findet während der Flugsaison statt, im Winter ist Theorie angesagt. Die gesamte Ausbildung vom ersten Schulflug bis zum fertigen Flugschein dauert meist etwa zwei bis drei Jahre und wird im Sportfliegerclub Leonberg durch ehrenamtliche Fluglehrer durchgeführt. Neben dem Flugschein selbst wird dabei ein Sprechfunkzeugnis für den Luftverkehr erworben. Das Mindestalter liegt bei 14 Jahren.

Am Ende der Ausbildung stehen wie beim Autoführerschein die theoretische und danach die praktische Prüfung. Der fertige Schein kann anschließend um weitere Berechtigungen z. B. für Kunstflug, Wolkenflug oder die Lehrberechtigung erweitert werden. Auch der Erwerb weiterer Fluglizenzen wie dem Motorsegler- oder Motorflugschein ist von hier aus möglich.

Am Anfang der praktischen Ausbildung ist immer ein Fluglehrer dabei, es werden zuerst die Grundlagen des Segelfliegens vermittelt. Diese Phase wird mit dem ersten Alleinflug abgeschlossen. In der weiteren praktischen Ausbildung werden die Grundlagen vertieft und erweitert sowie die Techniken des Thermikfluges gelehrt. Die theoretische Ausbildung ist breit angelegt. Neben naheliegenden Fächern wie Flugzeugtechnik, Aerodynamik und Meteorologie müssen sich angehende Segelflieger auch mit Luftrecht, Navigation und menschlichem Leistungsvermögen befassen.

Segelflugzeuge müssen energieeffizient, wendig und leicht sein, um sich schnell durch die Luft bewegen zu können. Durch den Wettbewerb zwischen mehreren innovativen Herstellern sind die Fluggeräte seit jeher an der vordersten Front der aktuellen Technologieentwicklung zu finden. In den späten 50er-Jahren wurde das erste Segelflugzeug aus Glasfaser gebaut, nachdem bis dahin hauptsächlich Holz und stoffbespannte Metallfachwerke zum Einsatz kamen. Abgesehen von einzelnen Ganzmetall-Konstruktionen werden Segelflugzeuge mitterweile seit mehreren Jahrzehnten hauptsächlich aus Glasfaser und Kohlefaser hergestellt.

Hobby – Sport – Leidenschaft

Segelflug ist eine Freizeitbeschäftigung. Kein Flug lässt sich exakt planen: Wann, wohin und wie schnell man fliegen kann, hängt vollständig vom Wetter ab und lässt sich nicht beeinflussen, wenn kein Motor die Energie dazu liefert. Darum setzen sich die Piloten meist erst dann ihre täglichen Ziele, wenn sie eine genaue Wettervorhersage haben – oder sie verzichten ganz auf eine Routenplanung und fliegen einfach los.

Segelflug ist Sport. Wer kurze Flüge in Platznähe bevorzugt, muss zwar nur die Gymnastik zum Einstieg ins Cockpit beherrschen, aber Langstreckenflüge von mehreren Stunden Dauer verlangen nach einer guten Kondition und einem robusten Kreislauf. Spitzenpiloten müssen in der Lage sein, bis zu zwölf Stunden am Stück aufmerksam zu sein, taktische Entscheidungen zu treffen und dabei durchgehend präzise zu fliegen. Alternativ kann man mit einigen Segelflugzeugen auch Kunstflug durchführen. Kunstflug-Sequenzen dauern zwar meistens nur wenige Minuten, die kurzzeitigen physischen Belastungen sind jedoch deutlich heftiger als bei einem Streckenflug.

Wir fliegen nach dem Grundsatz: Wer wenig im Verein mithilft, fliegt teurer als jemand, der seine Arbeitskraft dem Verein zur Verfügung stellt. Dazu gibt es viele Möglichkeiten: Wartung und Pflege der Flugzeuge und des Platzes, Mithilfe bei unseren Vereinsveranstaltungen: Die Fluggebühren und Kosten für Windenstarts sind nach Arbeitsleistung gestaffelt. Ich will mitmachen!